Neuromuskuläre Aktivität

Was ist neuromuskuläre Aktivität?

Die Aktivität der Muskeln wird über das Nervensystem gesteuert. Sie kann auch Ungleichgewichte im Nervensystem anzeigen. Damit kann man über Muskelaktivität körperliche und psychische Funktionskreisläufe testen und trainieren.

 

Die Aktivität der Elektromyografie (EMG) liefert Hinweise auf muskuläre Verspannungen bei ungünstiger Körperhaltung und bei Bewegung sowie unter bestimmten Stressbedingungen. Als Möglichkeit des Biofeedbacks kann EMG-Aktivität zu Trainingszwecken eingesetzt werden, um Anspannungen und Schmerzen zu vermindern.

 

Stress in einem System kann darüber hinaus durch gezielten leichten Druck auf bestimmte Muskeln angezeigt werden. Der Körper kann über die Muskelaktivität emotionale, mentale oder körperliche Blockaden ausdrücken. Dies betrifft auch Themen und Anspannungen, die nicht bewusst sind, so dass sie mit dieser Form des Testens sichtbar und behandelbar werden.


Wie funktioniert der Einsatz von neuromuskulärer Aktivität?

Im EMG werden elektrische Signale von Muskelfasern an Sensoren auf der Hautoberfläche aufgezeichnet (z.B. an der Stirn oder an der Halswirbelsäule). Muskelbetätigungen und Anspannungen werden durch die Signale erkennbar.

 

Nutzt man diese Methode als Feedback, dann erhält man kontinuierliche Rückmeldung über die Muskelspannung und kann lernen, diese nach und nach zu beeinflussen. Positive Änderungen werden verstärkt, indem man sie hörbar oder sichtbar macht (z.B. durch Töne, Animationen usw.)

 

Dabei ist es möglich, bestimmte Bedingungen, unter denen besonders hohe Muskelanspannungen auftreten, in das Training einzubeziehen. Beispielsweise können Anspannungen oder Fehlhaltungen immer besonders stark bei Nervosität auftreten (z.B. bei Lampenfieber oder bei Wettkämpfen), oder auch bei Ängsten und Schmerzen. Eine Verminderung dieser körperlichen Anspannung hilft, Stress in diesen Situationen wirksam zu reduzieren.


Was kann man mit dem Einsatz neuromuskulärer Aktivität erreichen?

Besonders häufig sind Muskeln im Schulter-Nacken-Bereich, an Rücken, Stirn oder Kiefer von Verspannung betroffen. Dies kann zu einer Reihe von gesundheitlichen Beschwerden beitragen (z.B. Tinnitus, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck usw.). Oft gehen Fehlhaltungen einher mit diesen Symptomen. Solche Spannungszustände und ungleichmäßig belastete Muskelgruppen kann man identifizieren und durch Senkung der Ruhespannung der Muskulatur zu einer Verminderung der Beschwerden beitragen.

 

Ähnliche ungünstige Anspannungen und Fehlhaltungen können bei Menschen auftreten, die sich besonders viel (z.B. Leistungssport) oder besonders wenig bewegen (z.B. hauptsächlich sitzende Tätigkeiten). Auch hier können Muskelanspannungen wirkungsvoll vermindert werden.

 

Individuelle Erfahrungen bestimmen den Umgang mit emotionalem Stress. Diese Themen werden im Körper widergespiegelt und können durch Testen von muskulärer Aktivität aufgezeigt werden. Auch unbewusste Inhalte werden so an die Oberfläche gebracht und gezielt angesprochen.